Autor: passi
Datum: 08.04.2004


Eigentlich hat ich mir nach einigen unerfreulichen Geschichten im Chat und mit halb angeknackstem Herzen gesagt, ne ich verlieb mich nicht mehr bers Internet. Die letzte Zeit hatte mich einfach zu viel ver¦ndert. War ausschlie￟lich nur noch online und hatte mich wohl in die eine oder andere falsche Person verliebt, wenn man das so berhaupt nennen kann.
Kaum etwas ber eine Person wissen, nie gesehen und dann doch so verletzt oder Drohungen. Ich wollt so was einfach nicht mehr.

Aber dann hat alles wohl irgendwie damit angefangen, dass ich eines Tages im Chat eine Nachricht fr alle lesbar hinterlie￟: "bin in Minden einkaufen"
Als ich von dem sch￶nen langen Bummeleinkauf zurckkehrte, schaute ich mal wieder in diesen Chat - wie so oftmals - und hatte von einer guten Freundin, Caro, auch eine Nachricht - genau kann ich diese nicht wieder geben.
Sie schrieb mir, dass sie auch nach Minden will, weil dort "ihr s￟er Micha" wohnt. Caro hatte schon ￶fters mal so nebenbei von ihm geredet, aber meist doch nicht mehr verraten - weder den Nicknamen noch was anderes. Dennoch hab ich sie gefragt wie denn der Nickname ihres Michas sei, weil mich das auch mal interessierte und schauen wollte was da so in seinem Profil stand. Und ein s￟es Foto gab es dazu auch noch.
Ich musste ihr hoch und heilig versprechen, dass ich ja die Finger von ihm lasse. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass sie das wohl auch zu ihm gesagt hatte, er solle die Finger von mir lassen. War wohl auch einfach nur aus Spa￟ gemeint ;)

Ich wei￟ auch gar nicht mehr wie es dazu kam, aber ich hab doch ￶fters geschaut, ob dieser Nickname auch online war und das war er dann auch mal. Ganz ungeniert wurde er dann von mir angesprochen oder doch andersrum? Ich wei￟ es nicht mehr genau. Mein Ged¦chtnis ist wohl auch nicht mehr das Beste.
Jedenfalls kamen wir an dem Abend ins Gespr¦ch. Er war mir doch von Anfang an gleich sympathisch. Ich wollt gar nicht mehr aufh￶ren mit ihm zu chatten. Sein Dienstschluss war ja auch schon vorbei und er sa￟ dennoch immer noch da und unterhielt sich mit mir. Leider verging die Zeit, wie so oft doch auch, viel zu schnell und er musste ja doch irgendwann nach Hause.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich ihm noch einen G¦stebucheintrag da lie￟ und ihm gesagt hab, dass ich ihn echt sympathisch fand. Ob wir an diesem Abend auch schon unsere Handy-Nummern getauscht hatten oder nicht, kann ich gar nicht mehr so genau sagen.

Micha war gerade nebenbei auch am umziehen, kam dennoch ab und zu in den Chat und unterhielt sich mit mir. Wir wollten uns dann auch irgendwann mal treffen. Eis essen oder so. Er meinte dann scherzhaft, ich k￶nnte ihn dann ja abholen. Er warte dann vor dem wei￟en Haus in Minden. Es gibt ja nur ein wei￟es Haus in Minden -g- Aber irgendwie haben wir das nie so realisiert mit dem Treffen.

Ende Mai wollt ich dann mit einem Bekannten auf die Expo Revival Party nach Hannover. Aber diese gewisse Person hat mich dann doch auch sitzen lassen und ich hab Micha die Ohren wohl so zugejammert, dass er sich erweichen hat lassen, dass er mit mir dort hin f¦hrt.
An dem Tag haben wir dann zwar noch hin und her gesimst, aber irgendwie kam keiner so auf den Punkt: so wir fahren da jetzt hin. Ich habe dann gegen 3 Uhr mir einfach das Herz gefasst und bin nach Minden an den Bahnhof gefahren und ihm geschrieben, dass ich jetzt am Bahnhof auf ihn warte.
Ich bekam dann die Antwort, dass er sich noch fertig machen msste, duschen etc. Das klang ziemlich berrascht als ob er damit nicht gerechnet h¦tte. Ich vertrieb mir die Zeit damit, indem ich im Auto wartete und Musik h￶rte.

Sp¦ter kam dann die SMS er sei jetzt da und stehe am Ticketautomaten. Mit wackligen Beinen n¦herte ich mich also dieser Stelle. Ich kann einfach nur sagen, ich war einfach nur baff was fr ein geiler s￟er Kerl dort doch stand. Damit hatte ich doch nicht wirklich gerechnet. Ich war einfach nur hin und weg. Ich glaub da hatt ich mein Herz doch schon irgendwie an diesen Kerl verloren.
Wir grinsten uns ne ganze Weile einfach nur doof an. Wie wir es geschafft haben dann endlich in den Zug nach Hannover zu kommen. Fragt mich lieber nicht ;)
Ja die liebe Zugfahrt -g- Micha hatte mir ja vorher schon mal erz¦hlt gehabt, dass er Duplo gerne isst und die hat ich dann auch zuf¦llig mit - mit Klebebildern drin -g- Wir also am Duplo essen und irgendwann hab ich ihm dann einfach dieses Klebebild auf die Stirn geklatscht und wollt davon ein Foto machen.
Aber wie ich doch feststellen musste. Dieser Kerl l¦sst sich berhaupt nicht gern fotografieren. Meinen Schnappschuss hab ich dennoch bekommen. Das Klebebild wollte Micha nicht auf sich sitzen lassen und ging st¦ndig hin und her. Wir waren am lachen und hin und her kleben. Man k￶nnt meinen wir kennen uns schon ewig. Und mein Herz schlug auch einfach viel schneller. Einfach so mit ihm rumzudatteln war unglaublich. Ich h¦tte ihn am liebsten einfach umarmt. Irgendwann war dieses Klebebild total kaputt und wurde nur noch hin und her geschmissen. Er hielt mich fest, damit ich gar nicht daran k¦me.
So ging das ne ganze Zeit lang bis das zusammengerollte Klebeband ber den Sitz zu anderen Leuten flog und die sich so halb beschwerten: wie witzig. B￶se Blicke wurden uns beschert, doch wir waren nur am Lachen.

Dann kamen wir doch endlich in Hannover an und da stellte sich die gro￟e Frage wie wir zu der Expo Plaza kamen. Hand in Hand sind wir zur U-Bahn hin doch in welche Richtung. Ich entschied und meinte Messe Nord. Also fuhren wir auch dort hin. So Platz neben Platz in der U-Bahn gesessen, lie￟ ich meinen Kopf auf seinen Schultern nieder und schaute aus dem Fenster. Wei￟ gar nicht wie es dazu kam. Da lag irgendwie eine gewisse Spannung zwischen uns. Ich h¦tte ihn am liebsten geksst.
Am Ziel angelangt stellten wir wie viele andere fest, dass dies der falsche Eingang war. Der Eingang war doch Messe Sd. Einige der Personen sind mit dem Taxi dort hin gefahren. Andere haben nach dem Weg gefragt. Wir sind dann diesen Personen einfach hinter her.
Der Weg schien doch endlos um das ganze Gel¦nde zu dem anderen Eingang. Unterwegs wurde wieder nach dem Weg gefragt. Bauarbeiter meinten, hier w¦re kein Durchgang heute. Also die lange Stra￟e wieder zurck und wo nun lang? Wieder fragten die anderen Personen nach dem Weg gefragt. Wir waren doch schon richtig und h¦tten da doch lang gemusst.
Da wir schon so lang gelaufen sind und es furchtbar hei￟ war, sind wir stehen geblieben, haben uns angeschaut und einfach in den Arm genommen. So standen wir da wohl eine ziemlich lange Zeit. Ist einfach ein tolles Gefhl in seinen Armen gehalten zu werden. Dann schauten wir uns an und versanken in einem wundersch￶nen Kuss. Die Zeit schien still zu stehen. Das war einfach unbeschreiblich. Hatte mich doch echt Hals ber Kopf in diesen Kerl veliebt.

Da wir auf dieses Konzert wollten sind wir irgendwann weiter, die anderen waren schon weit ber alle Berge hinweg. Am Ende der Stra￟e wussten wir nicht weiter wo lang? Ich entschied mich mal wieder fr die falsche Richtung. Sind in fast alle Sackgassen gelaufen, die es dort wohl zu scheinen gibt. Waren einfach ewig unterwegs. Irgendwann trennte uns nur noch der Messeschnellweg von der Expo Plaza. Aber so einfach rber gehen ist ja nicht. Alles eingez¦unt.
Dann war wieder lange Umarmungs- und Kusspause angesagt. Die Brcke ber den Messeschnellweg war auch abgesperrt. Also mussten wir doch den richtigen Weg finden. Wieder endloses laufen und viele Sackgassen. Dennoch sind wir noch richtig angelangt. Haben zwar den Anfang des Konzertes verpasst, aber das machte uns eigentlich nicht viel aus.

Das Konzert war richtig sch￶n und wir genossen das auch. Leider geht alles mal dem Ende zu und gegen 1 wir mussten wieder nach Hause. Diesmal mussten wir ja nicht ber das ganze Gel¦nde zurck laufen. Mussten nur zur U-Bahn finden. Aber wie sch￶n es doch war. Ich hab ihn wieder in die falsche Richtung gefhrt. Dann stand die Polizei da und berwachte das Geschehen der Abreisenden. Die erkl¦rten uns dann, dass die U-Bahnstation in der anderen Richtung hinter einer Kurve l¦ge. Wir gehen und gehen und an der Kurve natrlich auch noch falsch.
Endlich dort auch mal angekommen, brauchten wir ja noch Fahrkarten. Er meinte: Wir brauchen ja nur so ein 2-Stationen-Ticket, es w¦re ja nicht so weit. Wir ziehen uns also die Karten und ich will meine abstempeln. Da er aber auch zuerst wollte, haben wir uns immer gegenseitig weggeschubst, gekitzelt etc. Waren beide nur noch am Lachen und konnten diesen kleinen Streifen gar nicht dort reinstecken. Andere Passanten meinten schon das w¦re Bel¦stigung und sie riefen die Polizei -g- die waren wohl schon leicht angetrunken.
Nachdem wir das doch endlich abgestempelt hatten und im Zug sa￟en. Eine Station nach der anderen. Ja sind ja nur zwei Stationen -g- Irgendwann meinte ich. wir h¦tten da raus gemusst. Aber die n¦chste wrde auch gehen.
Da standen wir dann nun irgendwo inner Stadt und mir kam das doch nicht so bekannt vor. Wieder sind wir bisschen umher geirrt und doch sp¦ter noch am Bahnhof angelangt. War mittlerweile doch schon ziemlich khl und dann stellen wir auch noch fest. Der n¦chste Zug f¦hrt erst um 6 Uhr in unsere Richtung. Wie sollten wir also ber 5 Stunden in Hannover machen - todmde? Laufen konnten wir auch nicht mehr gro￟artig.
Haben uns mit Burger King, in der Stadt weiter umher laufen, um die Zeit tot zu schlagen, besch¦ftigt. Irgendwann haben wir uns vor den Bahnhof gesetzt und einfach nur die Zeit abgesessen. Er ist dann an mich gekuschelt eingeschlafen. Obwohl ich total fertig war, konnte ich nicht schlafen und hab ihm so beim Schlafen zugeschaut.
Das sieht so s￟ aus und ich war einfach nur glcklich und wollt mich gar nicht bewegen, damit er nicht aufwacht.

Kurz vor 6 sind wir dann noch bisschen im Bahnhof umhergeirrt und waren froh als wir endlich im Zug sa￟en. Die Schaffnerin hat sogar ein Auge zugedrckt, da wir nicht so wirklich richtige Fahrkarten hatten. Micha hatte mir noch eine erm¦￟igte gekauft und er benutzte seine Hinfahrtkarte. Im Zug ist er dann wieder an meiner Schulter eingeschlafen.
Als wir dann in Minden am Bahnhof angekommen waren, musste wohl jeder wieder nach Hause. Standen noch lange dort Arm in Arm und insgeheim hat ich gehofft er nimmt mich einfach mit zu sich.

Jeder ist dann fr sich nach Hause gefahren um zu schlafen. Sp¦ter am Nachmittag haben uns wir nochmals getroffen. Ich war einfach nur glcklich und Hals ber Kopf verliebt. Bis jetzt gab es so viele sch￶ne Momente, doch auch schwierige Zeiten. Aber ich bin immer total glcklich, dass ich ihn durch einen Zufall kennen gelernt hab. Ich m￶chte ihn echt nie wieder hergeben. Er ist fr mich was ganz Besonderes und total wichtig. Ich glaub, dass ist sogar der s￟e Kerl, den ich irgendwann mal heiraten will und zusammen mit ihm Kinder haben will -rumtr¦um-

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